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Euer Spielplatz

06 Jun

Deadlands photo

Vor einigen Jahren, vielleicht zwei oder drei, wurde ich in einer Spielrunde von einem ganz neuen Spieler, dessen Charakter gerade einen Kuchen in einem Cafe verspeiste, gefragt: „Was passiert wenn ich jetzt gehe ohne zu bezahlen?“

Meine Antwort war damals und wäre auch heute noch: „Mach’s doch einfach!“

Diese Szene beschreibt auch immer wieder meine Philosophie des Rollenspielleitens am besten.

Ich habe mit Erfolg pures Atmo- Rollenspiel versucht genauso wie stumpfes, stupides sechsstündiges Hack’nSlash. Ich habe versucht mein Rollenspiel auf gewisse Arten und Weisen zu perfektionieren um meinen Spielern einen einzigartigen Rollenspielabend zu bieten.

Viele Abende waren super und an vielen Abenden hätte ich am liebsten vorzeitig abgebrochen, weil sie der reinste Griff in die Tiefen des Klo’s waren und heute leite ich wie ich leite: ohne Perfektion.

Meine Erfahrungen haben mich eins gelehrt, am Anfang ist jedes neue Rollenspiel interessant und cool, um so länger man spielt, um so „gewöhnlicher“ wird es.

In meinen Spielrunden handhabe ich es mittlerweile wie folgt:

Die Spieler wollen Powergaming betreiben? Lass sie doch, wenn sie ihren Spaß daran haben. Ich finde immer eine Herausforderung die sie aufhalten kann, zumindest war es bislang niemals anders. Ob die Spieler sich das Spiel dadurch kaputt machen bleibt dabei fraglich.

Meine Spieler drohen das Spiel durch eine nicht kalkulierte Entscheidung zu zerstören? Und?! Dann wird umstruktuiert! Ich habe einmal ein Spiel miterlebt, bei dem ich regelrecht in die Story gedrückt wurde, die freie Handlung des Charakter war dort außen vor, ekelhaft! Dann kann ich auch gleich wieder nach Hause gehen und die Wand anstarren.

In meinen Runden möchte ich, dass die Spieler sich austoben, ihre Aggressionen, Ängste, Frust und andere Emotionen ausleben und mit Freude dabei sind.

Natürlich werden meine Spieler ab und an ordentlich hinters Licht geführt und nicht selten kämpfen sie mit dem Tod, aber ich glaube das letzte mal das einer starb ist ein Jahr her und das weil die Person es auch so wollte.

Schlussfolgerung: Ich lasse niemanden sterben, er wird vielleicht zum Krüppel und sieht sehr ungewöhnlich aus, aber in der nächsten Sitzung ist das „fast“ wieder ganz vergessen.

Ich bin kein Geek, ich tobe mich nur aus.

Ich hasse es, wenn Spieler mich fragen „Hey, darf ich dieses oder jenes?“

Man Junge, mach es doch einfach…

Wer behauptet das so etwas das Spiel zerstört, der kann nicht improvisieren und kann nur eine – seine Story spielen.

Rollenspiel ist für mich wie ein kleines Theaterstück und was ist ein Theaterstück mit einem ätzend nervigen Regisseur ohne Fremdimpuls?

Richtig, Stress und Öde!

Ich könnte wahrscheinlich noch weiter darüber schreiben und schreiben und schreiben und schreiben und würde nie zu einem Ende kommen.

Mein Schlusswort:

Meine Spieler pöbeln, meine Spieler schießen sich über den Haufen, meine Spieler morden, meine Spieler arbeiten für das Gesetz, meine Spieler rauben Banken aus … sie tun eben was immer ihnen in den Sinn kommt und das ist gut so…

 
 

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