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Ronny’s Philosofa

20 Jun

Seitdem wir den Blog online haben und mit RSP auch mal über den Tellerrand hinaus schauen können, hat mich mittlerweile das Bedürfnis gepackt nun auch mal meine Ansicht allgemein zum Rollenspiel zu schreiben. Das ganze wird aber aus den Augen eines Spielers und Gelegenheitsleiter wie mir niedergeschrieben, der vorher ohne großartig im Internet zu surfen etc. auf dem Lande Abends bei seiner Gruppe saß und man sein Ding dann durchgezogen hat. Bei manch einem Artikel aus dem RSP Netzwerk habe ich irgendwie so ein beschämtes Gefühl und komme mir vor, wie der letzte Redneck aus dem Inzuchtdorf der hintersten Ecke Texas, der so gar nichts neues kennen gelernt hat. Wie dem auch sei…

Ich merke im Laufe der Zeit bei mir, dass sich das Rollenspiel in meiner Spielweise doch sehr verändert hat. Während ich in den ersten Pen & Paper Tagen darauf aus war einen Charakter zu spielen, in dem ich mich tief genug rein versetzen muss um auch die rollenspielerischen Qualitäten besonders hervorzuheben, sind meine Ziele heute ganz anders gesteckt.

Es geht mir nicht mehr darum möglichst schön einen Charakter in dem Spiel einzubinden, die Pflicht mir aufzuerlegen das Spiel in seinem Strom automatisch nach vorne zu bringen. Es geht mir mehr darum, dass ich mich nach Feierabend und zum Wochenende hin einfach eine Welt betrete, in der ich Dinge machen kann, was ich mir in der Realität nicht zutrauen würde, manches auch verboten sein mag (bitte jetzt nicht sonst was von mir denken). Ich gebe zur Sicherheit mal ein Beispiel. Ich spielte in einer kleinen Runde Deadlands und in dem Abenteuer zuvor erschossen wir praktisch den Bürgermeister der Stadt (nicht aus Langeweile, ER wollte uns an die Gurgel). Als wir nun das darauf folgende Abenteuer angingen saßen wir im Saloon der nächsten Stadt und haben herausgefunden, dass wir den besagten Stadtinhaber in der Vorrunde erschossen haben. Der Leiter hatte dafür eigentlich ein Abenteuer in der Stadt geplant, doch wir haben uns kurzerhand entschlossen unsere Sachen zu packen und die Stadt zu verlassen, das war einfach eine logische Schlussfolgerung, um nicht aufgeknüpft zu werden.

Das schöne an der Sache war einfach, dass wir das machen konnten, weil wir das wollten. Der Leiter besaß die Improvisationsfähigkeit und erstellte innerhalb einer kurzen Zigarettenpause in seinem Kopf ein komplett neues Abenteuer (ein gutes, auch wenn mir fast der Arm abgeschossen wurde). Das ist in meinen Augen genau das, was dieses Rollenspiel ausmacht. Ich habe einfach die Freiheit das machen zu dürfen, ich werde in keiner Geschichte vom Leiter reingedrückt, ich hab einfach die Freiheit.

Es ist klar, dass diese Spielweise mit einem großen Risiko verbunden ist. Die Tatsache, dass man in manch einer Situation nicht mehr lebend raus kommt ist verdammt hoch. Solange man aber einen Spielleiter hat, der gut drauf ist, kann man so definitiv Rollenspiel betreiben und der Rest hat genauso Spass dabei.

Ganz einfaches Prinzip! Wenn mir ein Charakter auf die Nüsse geht, dann kann er mich mal. Wenn ein Auftragsgeber mich nervt, dann verpfeif ich ihn auch gerne mal. Warum eigentlich nicht? Solange der Leiter weiss, wie seine Schäflein ticken, kann er sich drauf einstellen. Wenn der Leiter merkt, dass seine Schäflein glücklich sind, ist er es auch! Nach diesem Prinzip läuft es zumindestens in unserer Gruppe!

Ich gehe davon aus, dass ich mit dieser Einstellung in anderen Gruppen auf die Nase falle und vielleicht auch als Munchkin bezeichnet werde. Ich weiss aber, dass diese Atmosphäre nur in dieser einen Gruppe möglich ist. In anderen Gruppen würde ich mich natürlichen deren Spielweise anpassen!

Ich könnte noch mehr dazu schreiben, werde es auch in meiner nächsten Ausgabe tun. Ellenlange Texte lese ich selber schliesslich auch nicht gerne…

Ronny

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Ein Kommentar

Verfasst von - 20. Juni 2009 in Allgemein

 

Eine Antwort zu “Ronny’s Philosofa

  1. Taysal

    21. Juni 2009 at 06:55

    Ein wahres Wort, Hombre. 😉

     

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