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Tom – der Nachlassverwalter zu Gast bei „Der Nerd im Visier“

16 Apr

Heute gibts das Interview von Tom, Nachlassverwalter vom deutschen Okkulten Untergrund und Betreiber vom Cthuluh Forum sowie dem deutschsprachigen Cthulhu Blog und dem Haus der Renunziation. Ich persönlich fand sein Interview interessant, erstaunt war ich von seiner „besten Location“ und seine abschließenden, zitierten Worte haben es irgendwie in sich.

Checkt einfach selbst – viel Spaß damit!🙂

1. Seit wann spielst du Rollenspiel?

seit 1982.

2. Bist du mehr Spielleiter, oder mehr Spieler?

Früher ausschließlich Spielleiter. Jetzt geniesse ich es auch mal nur Spieler zu sein.

3. Welches war dein erstes eigenes Regelwerk?

Die zweite Auflage von Call of Cthulhu von Chaosium.

4. Welche Rollenspiele gehören in deine Top 3 Liste?

Cthulhu

Unknown Armies

Don‘t rest your Head und Savage Worlds teilen sich Platz 3🙂

5. Was war deine erste große Erfahrung?

Vor vielen vielen Jahren hab ich Mark Rein-Hagen kennengelernt. Das war kurz nach dem Vampire: The Masquerade erschienen ist. Er war damals in Deutschland und ich hatte das Glück in einer privaten Runde, mitzumachen. Das war unvergesslich und hat mich bis heute geprägt.

6. Dein lustigstes Rollenspielerlebnis?

Da gab es sicher einige, aber keines das mir so spontan in den Sinn kommt.

7. Dein schrecklichstes Rollenspielerlebnis?

Eine D&D 3.0 Runde in der ich als neuer Mitspieler 1 Stunde zu spät kam und die Spieler immer noch diskutierten, welche Regeln verwendet werden und welche Zusatzbücher. Das hat eine weitere Stunde gedauert und danach wurde ich vom Spielleiter auch noch dazu verdonnert, als Gruppenschreiber zu fungieren. Die Runde hat mich nie wieder gesehen.

8. Was ist dein absolutes Rollenspiel No-Go?

Männer die Frauen spielen. Das ging bisher in 95% der Fälle einfach nur schief und war peinlich.

9. Wie stehst du zum Alkoholverbot oder Handyverbot in Spielrunden?

Geht gar nicht. Ich trinke selbst keinen Alkohol, aber hab nichts dagegen, wenn die Spieler ein paar Bier trinken, solange sie noch bei der Sache sind.

Wenn nicht dauernd gesimst oder mit der Freundin telefoniert wird, halte ich nichts von einem Handyverbot. In Gruppen mit Handyverbot würde ich aber auch nicht spielen. Das hat aber persönliche Gründe.

10. Deine beste Location, die du zum Rollenspiel bisher genutzt hast?

Eine alte Fabrikruine in Rosenheim. Meine jetzige Frau hat damals ein Fotoshooting dort gemacht. Die Location war so genial, das ich mit meiner Runde eine Woche später dahin gefahren bin und wir Cthulhu gespielt haben. Leider ist jetzt alles abgerissen.

11. Was gehört für dich unbedingt in eine gute Runde?

Coole Leute. Das ist das wichtigste was eine gute Runde ausmacht.

12. Wie viel Wert legst du auf Musik im Rollenspiel?

Ich hab selten Musik für meine Runden benutzt. Als Spieler finde ich es ganz nett, aber nicht zwingend. Als Spielleiter ist mir das immer zu viel Aufwand.

13. Wie würdest du deine rollenspielerische Leistung selbstkritisch beschreiben?

Wenn man ein Hobby bald 30 Jahre betreibt, bleibt es nicht aus, das man es zu einer gewissen Meisterschaft bringt.

Nein im Ernst, ich treibe die meisten Spielleiter zur Verzweiflung, bin eher ein Method Actor und stehe damit gern im Mittelpunkt der Runde. Da meine Charakter oft auch noch recht halsstarrig sind, wird das nicht besser. So manches Kampagnenkonzept hat sich da schnell in Luft aufgelöst.

Als Spielleiter hab ich mir angewöhnt kleine Liveeinlagen einzubringen. Sei es eine unterschiedliche Körperhaltung, das nutzen von Accessoires, Türen zuknallen, auf den Tisch schlagen, all so was. In letzter Zeit bin ich aber eingerostet.

14. Sollte streng nach Regeln gespielt werden oder ist Regelmodding in Ordnung?

Ich war und bin eigentlich ein Anhänger der streng nach Regeln Fraktion. Schon deshalb, weil die Erfahrung zeigt, das Regelmodding eher was für die Powergamerfraktion in meinem rollenspielerischen Umkreis ist. Aber ich spiele eh nur regelarme Rollenspiele.🙂

15. Spielst du gerne den selben Charaktertyp oder variierst du auch?

Ich tendiere schon eher in die Richtung den selben Charaktertyp, in verschiedenen Ausprägungen zu spielen. Im Fantasybereich ist es der Dieb. Bei Cyberpunk der Dealer und bei Unknown Armies der Händler oder Hehler. Cthulhu ist die einzige Ausnahme. Da kann ich auf ein ganzes Repertoire von unterschiedlichen Charakteren zurückgreifen.

16. Bist du in der Rollenspieler Szene aktiv und wenn ja, was machst du?

Aktiv.

Ich betreibe Cthulhus Ruf, das größte deutschsprachige Blog zum Thema Cthulhu.

Daneben versuche ich gerade mit ein paar RPG Größen Unknown Armies in Deutschland ein neues Leben im okkulten Untergrund einzuhauchen.

Die Administration des Cthulhu Forums liegt ebenfalls in meinen Händen.

Bis zur Nr. 13 war ich stellvertretender Chefredakteur der Mephisto. Nach meinem Ausstieg dort wollte ich wieder ein Magazin machen. Zusammen mit Manfred Escher entstand dann die Idee der Cthuloide Welten in der Frank Heller den Posten des Chefredakteurs angenommen hat. Er hatte dann auch den längeren Atem und deshalb ist die CW da wo sie heute ist.

Die Idee für Mindfuck, ein Magazin mit einer Mischung aus Rollenspiel, Comic und abgefahrenen Buch und CD Vorstellungen schwirrt seit 2 Jahren in meinem Kopf herum. Mein neuestes Kind ist ein Liverollenspiel mit Alternate Reality Game Einflüssen das im Sommer seinen ersten Testlauf absolviert.

Bis vor 3 Jahren hab ich auch noch regelmäßig Cthulhu Liverollenspiele veranstaltet.

Zu guter letzt hab ich für die ein oder andere Cthulhu Publikation ein paar Sätze verfasst.🙂

17. Schon mal ein eigenes Rollenspiel geschrieben? Wenn ja, kurze Vorstellung!

Nein. Hat mich irgendwie nicht gereizt.

18. Wie siehst du die Zukunft in Deutschland, was Pen & Paper RPG betrifft?

Gut. Neben den ganzen etablierten Verlagen machen sich auch immer mehr Kleinverlage die Mühe und bringen fantastische Rollenspiele auf den Markt. Ich finde das ganz wunderbar. Ich hab erst vor ein paar Tagen in einer ZauberZeit von 1989 in einem Leserbrief einen Abgesang auf das P&P RPG gelesen. Solange den Leuten soziale Kontakte wichtiger sind als der Computer wird es unser geliebtes Hobby noch sehr lange geben.

19. Wie beschreibst du Rollenspiel mit einfachen, wenigen Worten?

Improvisationstheater. Nur am Tisch.

20. Gibt es abschließend noch etwas zu sagen?

Play the Spirit of the Game. Not the Rules.

– Robin Laws

 
5 Kommentare

Verfasst von - 16. April 2010 in Allgemein

 

5 Antworten zu “Tom – der Nachlassverwalter zu Gast bei „Der Nerd im Visier“

  1. Tom

    17. April 2010 at 15:41

    Der Link vom Cthulhu Blog führt nicht zu http://www.cthulhu.de sondern zu meinem privaten Blog.🙂 Und dann wollen wir Unknown Armies ⎮ Das Haus der Renunziation unter http://www.unknown-armies.de nicht vergessen.🙂

     
  2. Matt

    17. April 2010 at 16:08

    Habs editiert, sorry!🙂

     

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