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PiHalbe zu Gast bei „Der Nerd im Visier“

22 Apr

Ich war zuletzt ein wenig eingespannt, was Berufsschule und Job betrifft. Aber nun folgt das nächste Interview und zwar von PiHalbe. Nichts ist nerdiger, als durch die Pfadfinder zum Rollenspiel zu kommen, doch PiHalbe beweist es. Das ein Pfadfinder natürlich überfordert ist, wenn auf einer Con ein paar Halbstarke vorbei schauen, ist demnach auch kein Wunder. Hier mal ein Beispiel, wie ICH das gelöst hätte. Es geht aber nicht um mich, also checkt einfach PiHalbes Interview.

1. Seit wann spielst du Rollenspiel?
Habe mich im Sommer 1996 bei den Pfadfindern angesteckt und bin es seither nicht mehr los geworden. Jetzt also bald 14 Jahre.

2. Bist du mehr Spielleiter, oder mehr Spieler?
Wer braucht einen Spielleiter?😛 (Davon ab muss ich meist den Esel machen — mangels Konkurrenz.)

3. Welches war dein erstes eigenes Regelwerk?
Götter, Magier und Geweihte; die Magie-Box zu DSA 3. War damals wahnsinnig cool. Oh halt! Ich nehme alles zurück! Mein erstes eigenes Regelwerk war die DSA-1-Box (1984), die ich von meinem großen Bruder geerbt habe. Feine Sache damals und der Kick-Off für ein gutes Dutzend Leute, dem Rollenspiel anheim zu fallen.

4. Welche Rollenspiele gehören in deine Top 3 Liste?
Hui, kniffelig. Also definitiv Universalis — wenn man das gelten lassen mag — dann noch Don’t Rest Your Head und für Platz drei entweder Primetime Adventures oder Burgen & Backwaren (soweit ich das bisher beurteilen kann). Je nachdem, was da noch kommt, könnte aber auch John Sinclair den dritten Platz übernehmen.

5. Was war deine erste große Erfahrung?
Meine erste Begegnung mit dem Rollenspiel. Drei Typen sagen, dass sie durch den Wald laufen, worauf hin ein anderer meint, da kämen jetzt Wölfe und würden sie angreifen. Dann würfeln die was und behaupten, sie würden mit Schwertern auf die Wölfe einschlagen. Und am Ende sagt der eine wieder, die Wölfe wären jetzt tot. War damals unglaublich cool. Heute sind wir auch schon ein Stückchen weiter.🙂

6. Dein lustigstes Rollenspielerlebnis?
Der Schatz schreit förmlich: „Ich bin verflucht, fass‘ mich nicht an!“ Der Zwerg kann sich (über des Meisters Betteln hinweg) nicht zusammen reißen, stürmt vor, ergreift die uralte, echsische Rüstung, stülpt sich das goldene, edelsteinverzierte Kleinod über … und explodiert in einem Regen aus Fleisch und Gedärmen. Spielleiter: „Das war’s, Du bist tot!“ Spieler: „Ja, ich find’s lustig.“ Rur-und-Gror-Geweihter zur Beerdigung: „Ebbo (Zwerg), ich freue mich! … dich in deinem nächsten Leben wiedertreffen zu können.“

7. Dein schrecklichstes Rollenspielerlebnis?
Eine Gruppe von 18-stüfigen brutalo-sexisten-Asi-DSA-Spielern, die unsere Spielrunde auf der RatCon infiltrierten und torpedierten. Ansonsten ist Rollenspiel eigentlich immer super gewesen.

8. Was ist dein absolutes Rollenspiel No-Go?
Leute, die vorher auf einer Party waren zur Runde dazu stoßen lassen. Musik mit Gesang. Ablenkungen (Fernseher, Radio, Internet).

9. Wie stehst du zum Alkoholverbot oder Handyverbot in Spielrunden?
Handy ist ok, wenn’s was wichtiges ist; aber bitte raus gehen. Alkohol brauch ich nicht, find’s aber ok, solange die Leute noch beim Spiel sind und nicht abdriften.

10. Deine beste Location, die du zum Rollenspiel bisher genutzt hast?
Rund um die Feuerstelle in unserem alten Garten. Und Simyala-Finale, bis die Sonne aufgeht!

11. Was gehört für dich unbedingt in eine gute Runde?
Interesse am Spiel. Entscheidungen der Charaktere. Förderliche Mechaniken.

12. Wie viel Wert legst du auf Musik im Rollenspiel?
Oft kümmere ich mich grob um Musik für Abenteuer, aber mir fällt oft auch nicht auf, wenn nichts läuft. Programme, welche die Playlist über Similar Artists von last.fm füllen sind sehr praktisch für Musik, können aber manchmal unerwartete Resultate liefern.

13. Wie würdest du deine rollenspielerische Leistung selbstkritisch beschreiben?
Uh, mehr Ambition als Resultate. Dafür solides Improvisationsvermögen. Und manche stören sich daran, dass ich das System beim Spiel auch benutzen will.

14. Sollte streng nach Regeln gespielt werden oder ist Regelmodding in Ordnung?
Natürlich wird streng nach Reegln gespielt. Das müssen nicht die sein, die im Buch stehen, aber jeder muss sich über die Regeln im Klaren sein und sie befolgen. Wozu gäbe es die Regeln sonst?

15. Spielst du gerne den selben Charaktertyp oder variierst du auch?
Ich bemühe mich, immer andere zu spielen. Wenn ich dann aber in Ruhe darüber sinniere, erkenne ich, dass es im Grunde, wenn man tief unten im Inneren sucht, doch immer der gleiche Typ ist.

16. Bist du in der Rollenspieler Szene aktiv und wenn ja, was machst du?
Ich bloggiere auf meiner Seite und habe seit 2 Wochen einen eigenen Podcast zum Thema Rollenspiel. Über meine Website organisiere ich auch die offene Rollenspielrunde in und um Bremen: den Open EinzelKnaller. Ansonsten stelle ich ab und an Eigenkreationen verschiedener Art zur Verfügung und bastele an meinen eigenen, nicht-klassischen Systemen.

17. Schon mal ein eigenes Rollenspiel geschrieben? Wenn ja, kurze Vorstellung!
Siehe oben. Habe da ganz viele Projekte in Arbeit, an denen ich immer mal rumwerkle und neue Ideen einwirke. Für Ausbrecher! suche ich weitere Testspieler im OEK; ein (fast-)Rollenspiel um die Flucht aus dem Knast.

18. Wie siehst du die Zukunft in Deutschland, was Pen & Paper RPG betrifft?
Och, ich mache mir da weder Sorgen noch Hoffnungen. Rollenspiel wird ein Randmarkt bleiben. Einzelne Aktionen könnten immer mal wieder ein paar Spieler von außerhalb bringen (etwa Drakensang oder eine günstige Darstellungen in Berichterstattung oder Fiktion), aber Rollenspiel wird weder aussterben noch boomen. Allerdings könnte es schwerer für mittelgroße Verlage werden, wenn die großen ihre Stammkundschaft haben und die mittleren Konkurrenz durch Eigenbrötler (= Indie-Spiele) bekommen.

19. Wie beschreibst du Rollenspiel mit einfachen, wenigen Worten?
Rollenspiel ist, wenn man gemeinsam in der Phantasie etwas erlebt und dabei in Fremdverkörperung Entscheidungen trifft. Und dabei bleibe ich.

20. Gibt es abschließend noch etwas zu sagen?
Schaut mal über den Tellerrand und probiert verschiedene Rollenspielsysteme aus! Daraus kann man viel lernen, was nachher auch die alte Runde spannender und leichtgängiger macht.

 
4 Kommentare

Verfasst von - 22. April 2010 in Allgemein

 

4 Antworten zu “PiHalbe zu Gast bei „Der Nerd im Visier“

    • Ronny

      24. April 2010 at 15:23

      Ach lass mir Hillbilly doch meinen Spass! Ich habe bisher doch jeden durch den Kakao gezogen. Mal mehr und mal weniger…😀😀

       
      • PiHalbe

        24. April 2010 at 21:12

        Na sicher, lasse ich den Euch! Hätte ich sonst bei dem Interview mitgemacht?😉

         
  1. Matt

    23. April 2010 at 11:01

    Was deine 20 angeht, da muss ich sagen, das ich mich deinen Worten nur anschließen kann, der erste Systemwechsel war ein richtiges „Wow“😀😀

     

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